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25.01.2010 |
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Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat ein Positionspapier zum Thema Kulturflatrate heraus gegeben. Kurz und knapp: Der BVMI findet Kulturflatrates scheiße. Aber warum? Nun, wenn ich mir die 10 Punkte so anschaue liegt die Vermutung nahe, dass es denen einfach zu viel Arbeit ist, die sie selbst leisten müssten. Ich werde hier jetzt nur auf die Überschriften einiger Punkte kurz eingehen, jedoch nicht all das ganze ausführlich aufarbeiten. Das hat bereits gulli.com getan. Dort findet ihr auch die vollständigen Aussagen der Musikindustrie und sachliche Anmerkungen von Seiten des Autors, der den Artikel dort geschrieben hat. Meine Aussagen hingegen werden nicht ganz so sachlich und hin und wieder vielleicht ein wenig überspitzt sein. Ich hoffe, das ist so in Ordnung ;-)
1. Die Kulturflatrate ist unfair, weil Verbraucher für etwas bezahlen, was sie gar nicht nutzen.
Cooles Argument, lieber BVMI. Was ist dann mit den Zwangsabgaben auf Drucker, Papier oder CD-/DVD-Rohlinge. Demnach sollte man diese auch abschaffen, oder?
2. Die Kulturflatrate entzieht gerade den neuen digitalen Geschäftsmodellen die ökonomische Basis.
Welchen Geschäftsmodellen denn? Ach, DEN Geschäftsmodellen, die ihr verpennt habt euch auszudenken und jetzt heult, weil ihr jetzt erst aufwacht? Die Kulturflatrate entzieht nicht existierenden Geschäftsmodellen, die schon seit Jahren etabliert sein müssten, die Basis? Hoch interessant!
3. Die Kulturflatrate führt zu einer unverhältnismäßig hohen Belastung aller Konsumenten und benachteiligt sozial Schwache.
Das tun die derzeitigen Preise für Tonträger auch.
4. Die Kulturflatrate erfordert den Aufbau eines gigantischen Bürokratie- und Verwaltungsapparates.
Sowas gibts schon. Nennt sich GEMA. Euch sicher bestens bekannt. Noch kein besseres Argument gehört die GEMA abzuschaffen. Oder?
5. Die Kulturflatrate verflacht die Kultur.
Okay, hier muss ich noch einen Satz anhängen, damit man versteht was damit gemeint ist: “Bei der Kulturflatrate ist ein Song aus dem Computer genauso viel wert wie Beethovens Neunte”. Mich würde hier einmal interessieren, wer denn den “Wert” eines Stückes – sei es jetzt die neue Single von Sido oder eine Oper – festlegt? Ihr?
6. Die Kulturflatrate nimmt Urhebern und Künstlern das Recht über die Verwendung ihrer Werke selbst zu bestimmen.
Falsch! Das macht die Musikindustrie selbst! Es gibt hierzulande kein Urheberrecht mehr, sondern nur noch ein Verwerterrecht. Diese Begründung ist ganz offen gesagt pervers! Hier geht es nicht um den Schutz der Urheber und Künstler, sondern um den Profit der Labels und Verlage. Man sollte schon bei der Wahrheit bleiben.
7. Die Kulturflatrate widerspricht den ökonomischen Prinzipien unserer Gesellschaft.
Hierzu möchte ich mal gulli zitieren: “Das einzige was er hier vielleicht wirklich verliert, ist sein Preisdefinitonsrecht an der MP3.”
8. Die Kulturflatrate verstößt gegen international geltendes Urheberrecht.
Nuja, wessen Problem ist das? Bzw. wer sollte das lösen? Richtig: die Industrie! Aber anscheinend scheint man daran kein interesse zu haben. Kleine Downloader mit Abmahnungen zu überziehen ist doch viel genialer und bringt mehr Gewinn.
9. Die Kulturflatrate führt zu einer Entwertung des geistigen Eigentums.
Den Downloadern wird das “Gefühl für den Wert individueller, kreativer Leistung” doch ohnehin in jeder Diskussion abgesprochen. Wie soll etwas entwertet werden – oder verloren gehen – was gar nicht existierte?
10. Die Kulturflatrate wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.
Na dann hopp hopp. Warum seid ihr noch nicht dabei nach Antworten und Lösungen zu suchen??? Oder ist eure Lösung die Zensur des Internets und das verklagen jedes einzelnen Menschen, der es wagt auch nur einen Song herunter zu laden?
Was auch immer man nun von der Kulturflatrate halten will, das Positionspapier des Bundesverband Musikindustrie zeigt auf, dass sie wenig Interesse an der Lösung der Problematik zu haben scheint. ich selbst weiß noch nicht, ob ich für oder gegen eine Kulturflatrate sein soll – schließlich gibt es auch noch kein einziges Modell, das zeigen kann wie es funktionieren kann. Dieses komische Positionspapier klingt für mich eher nach einer Zusammenfassung alles Ausreden und Vorwände um weiterhin untätig zu bleiben und an den alten Modellen festzuhalten. Und diese bestehenden Modelle sind nur für einen von Vorteil: die Industrie. Nicht einmal für die Künstler…
Bildquelle: CC by-nc – P1r